Alle Hände voll zu tun haben Trainer Bernd Neumann und sein Team im laufenden Trainingsbetrieb der Leichtathleten. Am Montag, den 21.09., waren wieder 30 Mädels und Jungs mit am Start, als die Vorbereitung auf die am Wochenende in Hammelburg stattfindende unterfränkische Mehrkampfmeisterschaft im Mittelpunkt stand. Auch ein paar Neuzugänge durften wir am Sportzentrum begrüßen.

Neben gezieltem Training im Weitsprung und mit der Kugel wurde ein besonderes Augenmerk auf die Konzentrationsphase beim Sprint gelegt. Die Starts wurden bei nahezu totaler Stille wettkampfgerecht simuliert.

Bereits am Samstag, den 19.09., ging es für einige Athleten mit dem Bürgerbus ins Training nach Oberhof. Auf die Einheiten im Kraftraum wurde neben den Sprints primär Wert gelegt. Mit den erzielten Ergebnissen zeigte sich Bernd Neumann sehr zufrieden. So schaut er optimistisch auf das kommende Wochenende, wenn wir mit einer top motivierten Truppe nach Hammelburg fahren.

So weit herum wie in diesem Sommer kam der Münnerstädter Bürgerbus zuvor bestimmt noch nicht. Ob nach Bruchköbel, Kaiserslautern, Markt Schwaben oder am Wochenende nach Jena, der Bus stellte für die Leichtathleten eine große Erleichterung dar und eine super Möglichkeit, preiswert und bequem zu den Wettkampfstätten zu fahren.

Wir bedanken uns hierfür recht herzlich bei der Stadt Münnerstadt und hoffen, unsere kleine Stadt auch weiterhin in ganz Deutschland positiv repräsentieren zu dürfen.

Die Vorzeichen waren alles andere als optimal. Die Berlin-Klassenfahrt in der Woche zuvor, dann eine leichte Muskelverletzung, die Nicks Start in Jena sogar in Frage stellte. Eine optimale Vorbereitung sieht anders aus. Dafür kann sich das Ergebnis bei der Deutschen Juniorenmeisterschaft durchaus sehen lassen.

Doch zunächst war bereits am Freitag, den 31.07.15, die Staffel am Start. Wieder einmal mit dem Bürgerbus ging es in Richtung Thüringen. In derselben Besetzung wie in Markt Schwaben mit Timo Reinhart, Jonathan Laik, Noah Fell und Clemens Schmitt präsentierten sich die Jungs trotz ihrer geringen Wettkampferfahrung sehr ordentlich. In guten 46,29 Sek. landete das Quartett auf Rang 24. Und wer kann von sich schon behaupten, bei der Deutschen Leichtathletik-Meisterschaft dabei gewesen zu sein. Und es wird sicherlich nicht das letzte Mal gewesen sein.

Mit anderen Ambitionen trat Nick in Jena an. Am Samstagvormittag ging es für Nick, seine Eltern sowie Vorstand Johannes Wolf nach Jena. In Obernissa bei Erfurt wurde Trainer Bernd Neumann aufgegabelt, um direkt Richtung Ernst-Abbe-Sportfeld durchzustarten. Bedauerlicherweise war dem Navi nicht bewusst, dass für den PKW eine Flussüberquerung nur schwer möglich ist, sodass wir - zum Ärger von Bernd Neumann - mit leichter Verspätung am Stadion ankamen.

Wie bereits erwähnt, ging Nick nicht topfit in den Wettbewerb. Nur dank der Behandlung von Physiotherapeutin Berit Petersen wenige Tage zuvor konnte sein Start sicher gestellt werden. Vielen Dank, Berit! Dafür konnte sich der Vorlauf über die 100 Meter sehen lassen. 11,03 Sek. auf der schönen blauen Tartanbahn reichten locker für das Erreichen des Zwischenlaufes. Mit Finalhoffnungen legte Nick auch dort einen ordentlichen Lauf auf die Bahn. Subjektiv kam ihm der Lauf auch schneller vor als der Vorlauf. Doch am Ende standen bei leichtem Gegenwind 11,14 Sek. zu Buche. Knapp vorbei am Endlauf - aber dennoch ein toller 11. Platz und wieder der mit Abstand schnellste Sprinter Bayerns.

Ein wenig enttäuscht ging es zur Pension "Zur Eintracht" in Obernissa, wo Gastgeber Volker in dem gemütlich beschaulichen Kleinod bereits auf uns wartete. Nachdem wir uns endlich aus der Parklücke befreit hatten, starteten wir zum Abendessen ins nahe gelegene Erfurt. Die Straßenbahn beförderte uns zum Rathaus, wo wir uns im Restaurant "Pavarotti" mit italienischen Spezialitäten stärkten. Der kleine Salat durfte natürlich auch nicht fehlen. Die Wartezeit auf die Straßenbahn verkürzte uns eine Junggesellenabschied-Gruppe, bevor wir mit vollen Mägen wieder bis zum Urbicher Kreuz fuhren. Denn weiter herausfahren kann man in Erfurt nun mal nicht.

In Obernissa angekommen, nahmen wir noch ein letztes alkoholisches bzw. nichtalkoholisches (Nick!) Getränk zu uns, erfreuten uns am verschossenen Elfmeter von Xabi Alonso und gingen todmüde in die gemütlichen Zimmer. Gestärkt vom umfangreichen Frühstücksbuffet, hieß es Abschiednehmen von Volker und diesmal direkte Fahrt zum Jenaer Stadion.

Dort standen am Sonntag noch die 200 Meter auf dem Programm. Nach einer ordentlichen Kurve ging Nick gegen Ende seines Vorlaufes leider ein wenig die Puste aus. In 22,73 Sek. lief er recht deutlich am Endlauf vorbei, was jedoch angesichts der Umstände nicht unerwartet war.

Das Wochenende sollte für Nick wenigstens mit einem kleinen Erfolgserlebnis enden. Im Standhochsprung, an dem man sich außerhalb des Stadions versuchen konnte, schaffte er es immerhin im letzten Versuch, Vorstand Johannes Wolf einen einzigen Zentimeter abzuknöpfen. Respekt!

Mit diesem guten Gefühl geht es nun nach diesem Mammutprogramm in eine mehrwöchige Pause, bevor dann ab Ende August wieder das Training startet.

Den Zwischenlauf über 100 Meter sowie viele weitere Eindrücke der Meisterschaft in Jena könnt ihr auf unserer Facebook-Seite abrufen.

Während Nick Przeliorz in Markt Schwaben mit seinen beiden Titeln für Furore sorgte, fand gleichzeitig (10.-12. Juli) die Deutsche Meisterschaft der Senioren im sächsischen Zittau statt.

Für Tanja Köhler reichte dieses Mal ein einziger Versuch zu Gold. Nach einem Speerwurf über 38,01 Meter stand Tanja ganz oben auf dem Treppchen.

Iris Heid musste sich mit 1,50 Meter im Hochspruch mit der Bronzemedaille begnügen. Zum Versuch zur Goldmedaille konnte Iris verletzungsbedingt leider nicht mehr antreten. Somit stand auch fest: Unsere Sprint-Staffel konnte durch den Ausfall von Iris nicht ins Rennen gehen.

Dennoch war es für die Truppe ein schönes, lustiges Wochenende in einer schönen Gegend mit ganz vielen netten Leuten.

Dieses Kunststück ist seit acht Jahren keinem U18-Sprinter mehr gelungen. Umso schöner, dass es am vergangenen Wochenende (11./12.07.2015) unser TSVler Nick Przeliorz war, der sowohl über die 100 Meter als auch über 200 Meter triumphieren konnte. Hiemit steht fest: Nick ist derzeit der schnellste Sprinter in Bayern in seiner Altersklasse.

Das Wochenende im Münchner Vorort Markt Schwaben begann verheißungsvoll. Deborah Adam wurde Dritte ihres Vorlaufes über 100 Meter und lief in 12,67 Sek. bei Windstille gleich persönliche Bestzeit, was auch mit dem Einzug in den Zwischenlauf verbunden war.

Nick nahm den Vorlauf als Aufwärmprogramm her und trabte nach gut 70 Metern nur noch aus. Für den souveränen Sieg in seinem Vorlauf reichten auch die 11,10 Sek..

Deborah konnte sich im Zwischenlauf sogar nochmals steigern. Überragende 12,62 Sek. reichten leider nicht ganz zum Finaleinzug. Deborah wurde mit diesem Hausrekord unter 40 Läuferinnen starke Zehnte.

Im Zwischenlauf legte Nick eine Schippe drauf und zog in 10,91 Sek. vor seinem Hauptkonkurrenten Luis Windpassinger (MTV Ingolstadt) mit der schnellsten Zeit und Einstellung seines Bezirksrekordes ins Finale ein.

Dort herrschten im Gegensatz zu den meisten Läufen plötzlich Gegenwindverhältnisse vor, womit Nick mit Abstand am besten umgehen konnte. Er düpierte die Konkurrenz und holte trotz 0,6 m/s Gegenwind mit neuer Bestzeit von 10,90 Sek. den Titel! Graf Lorenzo Barbero (LG München) und Luis Windpassinger (MTV Ingolstadt) teilten sich in 11,17 Sek. den zweiten Platz.

Wie schon in Kaiserslautern, sind am Mittag unsere Staffelläufer mit dem Bürgerbus eingetroffen. Sowohl die Mädels als auch die Jungs schlugen sich super. Die Mädels in der Besetzung Anna Laumer (TG Würzburg), Laura Hofmann, Luisa Ruck und Deborah Adam wurden in guten 50,59 Sek. Fünfte. Besonders zu erwähnen ist, dass Laura Hofmann an der Uni in München am selben Tag eine Leistungsprüfung zu absolvieren hatte und dennoch am Abend bei der Meisterschaft mit am Start war.

Auch die Jungs präsentierten sich in guter Verfassung. In der Besetzung Timo Reinhart, Jonathan Laik, Kevin Okito (TG Würzburg) und Clemens Schmitt wurden die Jungs in 46,03 Sek. Siebte.

Dann ging es für Deborah und Nick wieder ins Hotel, das mitten in Markt Schwaben lag. Im nahe gelegenen Restaurant wurde das Ritual gelebt, eine leckere Pizza vor dem Schlafengehen zu sich zu nehmen. Deborah setzte zusätzlich auf das Erfolgsrezept schlechthin: Einen kleinen Salat!

Der war es auch, der ihr am nächsten Morgen über die 200 Meter Flügel verlieh. In ihrem Vorlauf legte Deborah 26,32 Sek. auf die Tartanbahn - eine Hundertstel schneller als ihre Bestzeit in Kaiserslautern. Die Zeit reichte sogar für den sechsten Rang und somit für den Einzug in den Endlauf. Gegen die starken Konkurrentinnen konnte sie zwar nichts mehr ausrichten. Ihre persönliche Bestzeit vemochte sie jedoch nochmals auf überragende 26,08 Sek. zu verbessern.

Nick ließ es im Vorlauf wieder ein wenig ruhiger angehen. Mit der zweiten Zeit (22,79 Sek.) zog er souverän in den Endlauf ein. Dort waren seine Konkurrenten dieselben wie am Vortag über die 100 Meter. Auch am Sonntag ließ Nick den beiden keine Chance und siegte in 22,22 Sek. bei 2,4 m/s Rückenwind vor dem Ingolstädter Luis Windpassinger (22,55 Sek.) und dem Münchner Graf Lorenzo Barbero (22,62 Sek.). Ein Protest des Ingolstädter Abteilungsleiters, nach dem Nick angeblich die Bahn verlassen haben sollte, verlief sofort im Sande.

Hiermit stand fest: Zwei Titel für Nick! Wahnsinn!

Bereits in den frühen Morgenstunden ging es am Samstag, den 04.07.2015, für Nick Przeliorz, Deborah Adam, Trainer Bernd Neumann sowie Vorstand Johannes Wolf in Richtung Kaiserslautern zur Süddeutschen Meisterschaft der Leichtathleten. Denn zur Mittagszeit standen für unsere Athleten bereits die Vorläufe über die 100 Meter an.

Nach einer dreistündigen Fahrt im klimatisierten PKW ging's in den Glutofen südlich des Betzenberges. Die Temperaturen reichten sowohl am Samstag als auch am Sonntag nahe an die 40-Grad-Marke heran. Für Abkühlung konnte nur ein Bad im Wasserbecken der Hindernisläufer sorgen.

Als erste durfte Deborah ihre Füße auf die heiße Rundbahn setzen. Sie zeigte in 12,83 Sek. eine starke Leistung. Das bedeutete persönliche Bestzeit, mit der Deborah nur um eine Hundertstel Sekunde am Zwischenlauf vorbeilief - bei der vorherrschenden Witterung natürlich zu verschmerzen.

Dann war Nick an der Reihe. Bereits im Vorlauf sorgte er für einen Paukenschlag: 10,93 Sek. bedeuteten die zweitschnellste Zeit aller Teilnehmer sowie unterfränkischen Rekord. Der bisherige Rekord von 10,94 Sek. hatte über ein halbes Jahrhundert Bestand - Wahnsinn!

Auch im Zwischenlauf blieb Nick unter der 11 Sek.-Marke und lief in der größten Mittagshitze in 10,96 Sek. souverän in den Endlauf.

Dann kam es zum Showdown: Nick ließ sich von den tropischen Temperaturen nicht beeindrucken und konnte sogar noch leicht zulegen. 10,91 Sek. bedeuteten die Silbermedaille. Schneller war in 10,71 Sek. nur der derzeit schnellste B-Jugendliche in ganz Deutschland, Milo Skupin-Alfa, der es wohl nicht für nötig erachtete, an der Siegerehrung teilzunehmen.

Inzwischen war auch der Bürgerbus der Stadt Münnerstadt mit unseren Staffel-Jungs in Lautern eingetroffen. An der Wettkampferfahrung gemessen war die Staffel laut Bernd Neumann die mit Abstand jüngste Truppe, die er jemals zu einer derartigen Meisterschaft geschickt hat. Für Timo Reinhart, Jonathan Laik, Noah Fell und Clemens Schmitt, die "noch grüner hinter den Ohren" waren "als der Rasen im Stadion", reichte es in 46,39 Sek. für den zehnten Platz. Die Jungs liefen couragiert und sammelten wichtige Erfahrungen.

Für Deborah und Nick standen am Sonntag noch die 200 Meter-Läufe auf dem Programm. Daher hieß es am Samstagabend: Ab ins Hotel! Nach einem gemütlichen Abend mit Wein, leckerer Pizza und kleinem Salat galt es, die tropische Nacht mit einigen Stunden Schlaf zu überstehen, um nach dem Frühstucksbuffet wieder halbwegs fit ins Stadion zu starten.

Deborah hatte die Pizza offenbar nicht geschadet. 26,33 Sek. reichten zwar nicht für das Finale - sind jedoch persönliche Bestzeit für unsere Sprinterin.

Nick klagte bereits vor dem Start über die 200 Meter über etwas schwere Beine. Mit der viertschnellsten Zeit (22,59 Sek.) zog er mit Medaillenhoffnungen ins Finale ein.

Dort waren seine Reserven - angesichts des Mammutprogramms und der hohen Temperaturen absolut verständlich - spätestens nach 180 Metern aufgebraucht. Es sprang mit einer Zeit von 22,68 Sek. immerhin noch der fünfte Platz heraus.

Nun heißt es, in den kommenden Tagen das Trainingspensum richtig zu dosieren. Denn bereits am kommenden Wochenende geht es für einige unserer Sportler zur Bayrischen Meisterschaft nach Markt Schwaben.