Bei den Nordbayerischen Meisterschaften beweisen Sportler aus dem Bäderkreis tolle Form

 

 

 

Für die heimischen Leichtathleten begann mit den Nordbayerischen Meisterschaften der Aktiven und Jugend U-18 die heiße Phase der Hallenwettkämpfe. Einen Doppelsieg für den Bäderkreis gab es überraschend im Staffelwettbewerb über 4 x 200 Meter der weiblichen Jugend U-20. Das Quartett des TSV Bad Kissingen holte sich den Titel vor dem TSV Münnerstadt und dem zeitgleichen Team des LAC Quelle Fürth. Ein Staffelsieg über 4 x 200 Meter der U-18 gelang auch der neu gegründeten Startgemeinschaft TG Würzburg/TSV Münnerstadt. Einen Vizetitel im Sprint über 60 Meter holte sich Nick Przeliorz vom TSV Münnerstadt.

 

Im ersten Zeitlauf über 4 x 200 Meter gab es gleich das Duell der Badestädter gegen den TSV Münnerstadt. Startläuferin Lena Schröter sowie Jessica Schottorf, die an diesem Tag im Hürdenlauf der Frauen patzte und nicht ins Ziel kam, brachten die Bad Kissinger in Führung. Aber Leonie Warthemann und Deborah Adam sorgten dafür, dass der Rückstand der Mürschter nur knapp war. Melanie Winbeck behauptete die Bad Kissinger Führung gegenüber Luisa Ruck. „Ich war richtig überrascht, wie schnell unsere Jüngste im Team nach ihrem kräftezehrenden Lauf über 400 Meter da noch zum Wechsel kam“, sagte die erfahrene Schlussläuferin Annika Kirchner, die zuvor schon im Einzelrennen über 200 Meter bei den Frauen den fünften Platz belegt hatte. Die Wollbacherin, die nach drei überaus erfolgreichen Jahren beim LAC Quelle Fürth, zum ersten Mal wieder das Trikot des TSV Bad Kissingen trug, brachte den Staffelstab sicher ins Ziel. Aber auch Laura Rössler auf Münnerstädter Seite gab noch einmal alles, um eine möglichst gute Zeit zu erreichen.

 

Die Norm nur knapp verpasst

Wie wichtig dieser Einsatz war, zeigte sich im letzten Zeitlauf. Da erzielte das Quartett der LAC Quelle Fürth in 1;51,95 Sekunden exakt die gleiche Zeit wie zuvor die Lauerstädter. Die Bad Kissinger Jugendlichen steigerten ihre bisherige Bestzeit um mehr als vier Sekunden auf starke 1:48,35 Sekunden. Einziger Wermutstropfen – die Norm für die Deutschen Jugendmeisterschaften (14/15.02. Neubrandenburg) verpassten sie um drei Zehntel Sekunden. Aber die Nordbayerischen Meisterschaften waren ja erst der Anfang der Hallensaison.

 

Das erwartete Duell

Der Sprint über 60 Meter der männlichen Jugend U-18 stand ganz im Zeichen von Niklas Wiethoff von der TG 48 Würzburg und Nick Przeliorz vom TSV Münnerstadt. Die beiden Sprinter, die in Bayern auf Rang zwei und drei gelistet sind, lieferten sich das erwartet spannende Duell, waren mit weitem Abstand zur Konkurrenz schon die Schnellsten aus den Vorläufen. Im Finale lag jedoch der Würzburger knapp vorne und behielt in 7,22 Sekunden die Oberhand gegenüber Nick Przeliorz, der mit Rang zwei in 7,27 Sekunden sicher nicht unglücklich war. Zumal er seit diesem Jahr mit seinem Kontrahenten gemeinsam in einer Staffel läuft. „Wir trainieren hin und wieder gemeinsam in Oberhof und Erfurt. Da war es nur logisch, dass wir die Kräfte bündeln und haben so die Startgemeinschaft (StG) TG Würzburg /TSV Münnerstadt ins Leben gerufen“, erklärt Münnerstadts Trainer Bernd Neumann den Zusammenschluss mit den Bezirkshauptstädtern.

 

Konkurrenzfähig

Dass man damit durchaus konkurrenzfähig gegenüber den aus zum Teil zahlreichen Vereinen bestehenden großen Leichtathletik-Gemeinschaften (LG) oder Leichtathletik-Zentren (LAZ) ist, zeigte das junge Team bereits in Fürth. Über 4 x 200 Meter der Jugend U-18 hatten im ersten Zeitlauf die LG Bamberg mit 1:38,09 Sekunden und die LG Karlstadt-Gambach-Lohr (1:39,64 Sekunden) schon mal ordentlich vorgelegt. Die neue StG mit Nick Przeliorz als Startläufer musste so im schwächer besetzten zweiten Zeitlauf gegen diese Vorgabe von der Spitze weg im Alleingang kämpfen. Niklas Wiethoff und Kevin Okito (beide TG Würzburg) hielten im Mittelteil die Spannung hoch. Groß war der Jubel, als Schlussläufer Clemens Schmitt (TSV Münnerstadt) in 1:36,49 Minuten ins Ziel stürmte und somit der Startgemeinschaft den ersten Titel sicherte. Aber auch sie verpassten die Qualifikationsnorm (1:36,00 Sekunden) für die Deutschen Meisterschaften knapp.

„Da bin ich ganz entspannt“, sagt Bernd Neumann, der noch Luft bei den Wechseln sah. „Ich denke, dass sie in dieser Hallensaison noch zwei bis drei Sekunden schneller laufen können“, so der Mürschter Trainer, der für die Sprintstaffel der StG zuständig ist, während sein Würzburger Kollege Hermann Biedermann für die 4 x 400 Meter verantwortlich sein wird.

 

Foto und Bericht: Mainpost (Reinhold Nürnberger)