Foto: Balbine Greithanner
 

Martina Greithanner vom TSV Münnerstadt gelang bei ihrer internationalen Premiere in der Seniorenklasse gleich der große Wurf. Bei der Leichtathletik-Europameisterschaft in Zittau gewann die Athletin vom TSV Münnerstadt Gold im Diskuswurf der Altersklasse W35 und dazu auch noch Silber im Kugelstoßen.

 

Mit dem roten Ring und dem Bundesadler auf dem weißen Nostalgie-Shirt unterschied sich die 37-Jährige schon rein optisch von ihren anderen Teamgefährten aus Deutschland, die durchweg in aktuellen schwarz-rot und goldenen Farben starteten. „Das Trikot habe ich schon bei der Junioren-EM 1993 getragen. Da es immer noch passt, wollte ich es auch noch einmal bei einem internationalen Wettkampf tragen“, verrät die Mürschterin, die früher für das LAC Quelle Fürth/München startete und viele Jahre dem Nationalteam angehörte. Obwohl Martina Greithanner bereits seit einigen Jahren in der Seniorenklasse startberechtigt ist, verzichtete sie bisher auf mögliche Internationale Erfolge: „Da ich bei den Aktiven noch mitmischen kann, hatte ich noch keine Ambitionen bei den Senioren zu starten.“ In Zittau hatten die Deutschen Heimspiel, was sich auch an der Medaillenbilanz mit mehr als 300 Medaillen ablesen lässt. So war es auch nicht verwunderlich, dass die größte Konkurrenz für Greithanner aus den eigenen Reihen kam.

Da war Dunja Koch, die deutsche Seniorenmeisterin der W35, die allerdings im Kugelstoßen nicht ihren besten Tag erwischte und am Ende mit 13,11 Meter „nur“ Dritte wurde. Nadine Kant vom Hagenover SV war in diesem Jahr noch nicht in Erscheinung getreten, verblüffte aber mit starken 14,23 Meter gleich im ersten Versuch. Am Ende reichte diese Weite sogar für Gold. Für Martina Greithanner war dies allerdings keine Überraschung. „Ich dachte, dass sie sogar noch weiter stoßen kann. Sie war früher unter ihrem Mädchennamen Beckel eine erfolgreiche Kugelstoßerin, die sogar eine Bestweite jenseits der 18-Meter hatte.“ Martina Greithanner steigerte sich in ihrem dritten Versuch auf 14,03 Meter und kam am Ende mit 14,14 Metern sogar nahe an ihren Bezirksrekord heran. „Mit Silber und meiner Leistung bin ich natürlich sehr zufrieden, auch wenn ich mich ein wenig ärgerte, dass am Ende nur neun Zentimeter zu Golf fehlten“, zog die 37-Jährige eine erste Bilanz der einwöchigen EM.

Im Diskuswurf fand die favorisierte Greithanner nur schwer in den Wettkampf. Eine leichte Blockade im Rücken war schuld, dass sie nicht gewohnt dynamisch abwerfen konnte. Zudem zog sich der Wettkampf bei schwül-heißer Witterung ungemein in die Länge. Mit ihren 42,36 Meter aus dem ersten Durchgang behauptete sie bis zum fünften Durchgang knapp die Führung vor Dunja Koch, der Kugelstoß-Dritten. Im fünften Versuch landete der ein Kilogramm schwere Diskus von Martina Greithanner dann bei sehr guten 46,03 Meter. „Das war dann schon eine Erleichterung. Bei einer EM sollte auch am Ende eine gute Weite stehen.“
Bericht: Bericht: Mainpost Reinhold Nürnberger