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Mit Unterstützung zum Marathon-Erfolg: Barbara Müller (rechts) wurde auf ihren mehr als 42 Kilometern zeitweise von Daniela Schmitt (links) und Julia Müller begleitet. Foto: TSV Münnerstadt

Nur wenige Tage vor Beginn der Sanierung der Rundumbahn am Mürschter Sportgelände umrundet  Barbara Müller diese 105 Mal und absolviert erfolgreich die Marathon-Distanz von 42,195 Kilometern.

„Eigentlich wollte ich die Aktion klammheimlich machen“, schmunzelt Barbara Müller mit ein paar Tagen Abstand. Als die 33-jährige am Sonntagmorgen um 8 Uhr zur ersten Runde antrat, schien der Plan auch noch aufzugehen. Barbara Müller, die jahrelang unter ihrem Mädchennamen Schneider äußerst erfolgreich für die Leichtathletinnen des TSV Münnerstadt an den Start ging, hatte sich für die Marathons in Freiburg und Würzburg angemeldet. Coronabedingt konnten die für April und Mai angesetzten Läufe jedoch nicht stattfinden. „Verschieben wollte ich meinen zweiten Marathon nicht schon wieder.“ Daher habe Müller beschlossen, ihn für sich selbst zu laufen. So ganz abwegig war die Wahl der Tartanbahn in Münnerstadt für die nun in Mittelstreu wohnhafte Läuferin nicht. „Um eine Bestzeit zu laufen, war mir klar, dass ich eine flache Strecke brauche. Ich habe generell schon immer eine kleine Vorliebe für das Extremere.“ Die Bahn war für Müller jahrelang wie ein zweites Zuhause. Insbesondere an den Mürschter Erfolgstrainer Otmar Bömmel denkt Müller gerne zurück. „Es ist schön, dass Otmars Gedenkstein im Zielbereich steht. Da kommen immer wieder schöne Erinnerungen hoch.“

Monoton? Keineswegs!

Ganz alleine auf der Bahn war Müller dann doch nicht. Denn ihre langjährigen Laufkameradinnen und Freundinnen Daniela Schmitt und Julia Müller unterstützten sie mit allen Kräften. „Danie und Julia waren eine enorme Stütze. Danie ist in etwa bei Runde 30 eingestiegen und dann haben Julia und sie sich abgewechselt. Wahrscheinlich hätte ich ohne die beiden das Tempo nicht immer halten können.“

 Das Schönste sei aber gewesen, wieder zusammen auf der Bahn in Münnerstadt zu laufen. „Natürlich sind sie dann auch mit mir gemeinsam ins Ziel gelaufen.“ Monoton sei die Aktion keineswegs gewesen. „Auf der Zielgerade brannte die Sonne, kurz nach dem Ziel war für lange Zeit ein Schattenstück und auf der Gegengerade war es ziemlich windig. Außerdem habe ich immer nach 25 Runden, also zehn Kilometern, die Richtung gewechselt.“ Vorbei mit dem Geheimhalten der Aktion war es aber spätestens, als die Leichtathleten um Abteilungsleiterin Katja Hofmann um 10 Uhr mit der Abnahme des Sportabzeichens begannen. „Es war ein absoluter Zufall, dass gefühlt alle Leichtathleten da waren, weil ich die Aktion für mich ohne großen Wirbel durchziehen wollte.“

Eine Wiederholung im Herbst?

So wurde Barbara Müller lautstark ins Ziel begleitet, das sie in der Mittagshitze nach genau 3 Stunden und 43 Minuten erreichte. „Mit der Zeit bin ich schon sehr zufrieden, wenngleich ich insgeheim auf eine Zeit unter 3 Stunden und 40 Minuten gehofft hatte. Aber das muss ja auch nicht der letzte Marathon gewesen sein.“ Eine nächste Gelegenheit dafür könnte doch die Einweihung der sanierten Tartanbahn im Herbst dieses Jahres sein.