Mit zunehmender Spielzeit setzt sich die Grosswallstäder Klasse durch

 

TSV Münnerstadt - TV Grosswallstadt 26-46 (15:24)

"Unsere Jungs sind natürlich hypernervös" war Münnerstadts Handball-Abteilungsleiter Michael Schwarz vor dem aus Sicht der jungen Akteure absoluten Highlight sicher, doch er sollte sich täuschen.

 

 

Die U 19 des TSV bot der U 19 vom Untermain, die in der Junioren-Bundesliga spielt, vor allem in der Anfangsphase Paroli und lag nicht nur zur Überraschung von TVG-Coach Peter Hofmann nach sieben Minuten mit 4:2 vorn.. Garant der zwischenzeitlichen Führung war vorallem Keeper Michel Schilling, der mit einigen Reflexen, auch bei 1:1 Situationen so manchen Akteur des mit fünf Bayernauswahl-Spielern angetretenen Kontrahenten staunen ließ. Der Youngster des Teams, der 16-jährige Neffe des TSV-Handball-Urgesteins Peter Schilling, sah sich da noch hinter einer kompakt stehenden Deckung. Im Angriff liefen über Spielmacher Maximilian Hartmann sehenswerte Kombinationen, die die rund 200 Zuschauer mit Aplaus bedachten. Bis zum 9:9, den Ausgleich erzielte Lucas Schäfer, hielten die Gastgeber mit, doch dann zog der Gast die Zügel an. Insbesondere Lukas Bauer, mit 13 Treffern erfolgreichster Werfer am Samstag, war kaum zu stoppen. "Lukas kann noch ein Jahr bei den Junioren spielen" erklärte Hofmann, "er zeigt großes Potenzial und gehört zu den Spielern, denen der Sprung ins Herrenteam zugetraut werden kann".

Hofmann, der Ex-Handball-Weltmeister, immer noch mit einem mächtigen Schnauzbart ausgerüstet, sah nun sein Team ehrgeiziger, das zunehmend nicht nur seine individuelle Klasse in die Waagschale warf, sondern auch mit hübschen Kombinationen die TSV-Deckung löcherte. Der Vorsprung des Favoriten wuchs bis zum Seitenwechsel stetig, da konnten sich die Ortner-Brüder Lukas und Michael noch so körperbetont dagegen stemmen.

Nach dem Wiederanpfiff des wenig geforderten Unparteiischen Michael Weinhardt (HSC Bad Neustadt), setzten sich die Grosswallstädter ihren Sturmlauf fort, während beim frischgebackenen Landesliga-Aufsteiger langsam aber sicher, die Kräfte schwanden. TSV-Trainer Joachim Ortner sah sich zu häufigen Wechseln gezwungen, seine Jungs unterliefen nun mehrfach technische Fehler. Das nutzte der Gegner, der täglich (!) zweimal trainiert, gnadenlos zu Tempogegenstößen. Der bedauernswerte Schilling sah sich mehrfach  zwei bis drei Grosswallstädtern gegenüber, was seine Erfolgsqoute zwangsläufig schmälerte. Immerhin parierte der an einer Sprunggelenksverletzungs laborierende Goalie einen Siebenmeter von Fabian Löffler, und konnte insgesamt den Rückstand aber nicht verhindern.

"Der Michel hat gehalten, was zu halten war", war TSV-Torwarttrainer Matthias Wörner trotzdem zufrieden. "Ein solcher Leistungsvergleich soll vor allem Ansporn für künftige Taten sein." Insselbe Horn stieß Coach Joachim Ortner, "Ich bin mit der Leistung absolut zufrieden"."Jeder hat sein Bestes gegeben, dass wir aufgrund des Klassenunterschiedes verlieren würden, war von vornherein klar." Das sahen auch die TSV-Fans so, die beide Mannschaften mit großen Applaus verabschiedeten und in der kommenden Saison sicher wiederkommen werden.

Quelle: Saale-Zeitung vom 08.07.2013, sbp

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