Die Handball-A-Jugend–Mannschaft des TSV fährt zu den United World Games nach Klagenfurt

 

Die A-Jugend -Handballer des TSV fahren vom 20. bis 23. Juni zu den „United World Games“ ins österreichische Klagenfurt. Dort startet das Team um Trainer Joachim Ortner bei einem international besetzten Turnier. Doch allein um sportliche Erfolge geht es bei dieser Reise nicht. Die Jugendlichen sollen Gelegenheit erhalten, Kontakt zu jungen Sportlern aus aller Welt zu knüpfen – über 5000 junge Athleten werden am Wörthersee erwartet.

 

„Alles hochkarätige Mannschaften“, sagt Ortner mit Blick auf die Vorrundengegner aus Tschechien, Österreich und der Schweiz. Eine Medaille mit nach Hause zu bringen just in dem Jahr, in dem der TSV seinen 150. Geburtstag feiert, das wäre schon schön, gibt Ortner gerne zu. Aber eigentlich ist der Olympische Gedanke die Triebfeder. Schließlich treffen sich bei Europas größter Jugendsportveranstaltung im und am EM Fußballstadion 350 Teams aus 30 Nationen, um sich in den Disziplinen Rugby, Faustball, Tennis, Volleyball, Handball, Basketball, Fußball und Feldhockey zu messen.

Natürlich freuen sich auch die Mürschter Handballer auf das viertägige Großereignis, an dem bisher noch keine Mannschaft des TSV teilgenommen hat. „Das Turnier ist die Belohnung für den Landesligaaufstieg“, sagt Kapitän Maximilian Hartmann. Gleichzeitig diene es zur Vorbereitung auf die nächste Saison. „Wir wollen mit Ehrgeiz und Spaß dabei sein“, verspricht er. Die Kosten für den Aufenthalt tragen die Spieler übrigens selbst. Und Michael Ortner, findet es einfach nur „geil“, vor so einem großen Publikum zu spielen. „Das wird ein unglaubliches Erlebnis“, ist sich sein Mannschaftskamerad Daniel Hessler sicher. Aus den Antworten spricht auch Zuversicht, in Klagenfurt etwas zu erreichen. Gespeist wird das Selbstbewusstsein vor allem durch den geglückten Aufstieg in die Landesliga, der zweithöchsten bayerischen Spielklasse.

Der Erfolg kommt nicht von ungefähr. Nicht unerheblichen Anteil hat daran Trainer Joachim Ortner, der selbst in Münnerstadt unter dem legendären Karl-Heinz Rost sehr erfolgreich Handball gespielt hatte. Rost war in den frühen 70er Jahren einer der besten DDR-Handballspieler und musste aus politischen Gründen seine Laufbahn beenden.

Dabei war Ortner, der zusammen mit seinem Bruder in Niederlauer eine Firma für Verkehrs,- Werbetechnik und digitale Drucke betreib, vor gut sieben Jahren eher durch Zufall zu dem Trainerjob gekommen. Die damalige D-Jugend-Mannschaft stand vier Wochen lang ohne Trainer da. „Und als man dann an mich herangetreten ist, ob ich das nicht machen könnte, habe ich's halt gemacht“, sagt Ortner, der seine Entscheidung nicht bereut hat.

Die Spieler trainierten viel und nahmen schließlich an einem Turnier in Herzogenaurach teil, bei dem sie den zweiten Platz belegten. „Das war die Initialzündung für die Mannschaft“, sagt Ortner, der mit seinen Junges dann gleich im ersten Jahr die Meisterschaft holte. Dreimal sollte es gelingen, dieses Kunststück in den kommenden Jahren zu wiederholen. Bis zu diesem Jahr, als nach drei gewonnen Qualifikationsspielen der Aufstieg in die Landesliga feststand. Auch nächstes Jahr wird Ortner das Team noch betreuen, was dann kommt, lässt er erst mal offen.

 
 
Quelle: Mainpost
Von Michael Petzold und Kilian Trabert