Bezirksligisten unter der Lupe: Adrian Gahn hat beim TSV Münnerstadt gerne den Posten des Trainers übernommen und setzt eigene Akzente

 
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    Das Kapitänsamt als Ehre: Hans-Christian Schmitt.Foto: Hopf
Münnerstadt

Neunzehn Spieltage sind in der Bezirksliga Ost absolviert und der TSV Münnerstadt steht mit 28 Punkten derzeit auf Rang sieben der Tabelle. Ein Platz auf dem sich das Team von Trainer Adrian Gahn im vierten Jahr der Bezirksligazugehörigkeit durchaus wohlfühlt. Zwar sind die Spitzenteams schon etwas enteilt, doch bewegten sich die Nägelsieder bisher immer im Bereich der Ränge drei und sieben – weit ab eben von den hinteren Rängen. „Wir wollen gerne so wenig wie möglich mit den Abstiegsplätzen zu tun haben, den aktuellen Tabellenplatz mindestens halten und vielleicht nochmal ein bisschen nach oben wandern“, wünscht sich Adrian Gahn für die Spiele nach der Winterpause.

Der 33-Jährige kam vor der Saison von der DJK Gänheim als Nachfolger des langjährigen Trainers Dominik Schönhöfer, der seine Zelte bekanntlich beim Bayernligisten TSV Großbardorf aufschlug. „Dom hat mir hier eine 'gemähte Wiese' überlassen. Aber natürlich wird vieles was ich mache mit ihm und seiner Zeit verglichen. Ich könnte aber spontan 100 größere Probleme aufzählen, als Nachfolger vom Dominik zu sein. Man sollte sich aber bei allem was man als Trainer tut, immer fragen, wie viel Vergangenheit verträgt die Zukunft?“ Klar, der in Zeilitzheim wohnende Gahn möchte seinem Team die eigene Handschrift verpassen und schaffte dies durchaus in seiner bisherigen Amtszeit.

Volle Unterstützung erhält er dabei von den TSV-Verantwortlichen. „Es wird mir hier grundsätzlich einfach gemacht zu arbeiten. Günter Scheuring, Manfred Back, Reiner Schmittzeh und Stephan Glasauer wissen auf was es ankommt.“ Ein weiterer wichtiger Baustein ist Stefan Nöthling. Gahn konnte den 28-Jährigen vom FC Sand loseisen und ihn für Münnerstadt sowohl als Co-Trainer als auch als wertvollen Defensivstrategen und verlängerten Arm neben Kapitän Hansi Schmitt gewinnen. „Die Arbeit mit 'Nötheimer' ist für mich ein absoluter Glücksfall. Er ist absolut loyal, ein Vorbild in seiner Einstellung, mein wichtigster sportlicher Ansprechpartner und ein toller Freund. Es ist ein Privileg mit ihm zu arbeiten und eine brutale Win-Win-Situation für alle Beteiligten.“

In die Saison startete der TSV äußerst erfolgreich. Dem 2:0-Auftaktsieg beim TSV Großbardorf II folgten zwei weitere Dreier sowie drei Remis. Erst im siebten Spiel zogen die Mürschter erstmals den Kürzeren. Bei Aufsteiger SV-DJK Oberschwarzach setzte es eine 1:3-Pleite. Lange blieb man auch auf heimischem Geläuf unbesiegt. Erst im Oktober gelang es erstmals der DJK Dampfach alle drei Zähler vom Münnerstädter Sportzentrum zu entführen.

Ein Lob vom Trainer kassiert neben Tobias Geis (Gahn: „Er war in bestechender Form bis er in sein Auslandssemester startete“) auch Tobias Kröckel, der mit über 1000 Spielminuten fast schon genauso viel Einsatzzeit hat wie in der kompletten vergangenen Saison. Auch Andreas Kraus (Gahn: „Er kam aus der Kreisklasse zu uns. Seine aktuelle Statistik spricht für ihn) und Ahmet Coprak (Gahn: „Ihm fehlt noch etwas die Konstanz“) gehören zu den positiven Erscheinungen der Vorrunde.

Lukas Endres erster Neuzugang

Für die Vorbereitung zur Rückrunde freut sich Gahn indes auf die Rückkehr einiger verletzter Akteure, vor allem auf die seines Vize-Kapitäns Christoph Krell. „Für ihn freut es mich mit am meisten, dass er nach seiner Knie-OP wieder Licht am Ende des Tunnels sieht.“

Mit Lukas Endres konnten die Nägelsieder bereits einen Neuzugang an Land ziehen. Der gebürtige Seubrigshäuser durchlief alle Jugendmannschaften des FC 05 Schweinfurt und kickte zuletzt unter Martin Halbig in der Reservemannschaft der Schnüdel. „Er macht einen sympathischen Eindruck und passt perfekt in unser Anforderungsprofil. Die Voraussetzungen sind gut. Jetzt liegt es an ihm“, hofft der TSV-Coach auf einen erfolgreichen Endres-Einstand in der Bezirksliga, die er aufgrund von tollen Spielen und Spielern sowie kurzen Wegen und vielen Zuschauern als attraktivste Klasse der Region einschätzt.

Den Titel traut er Tabellenführer DJK Schwebenried/ Schwemmelsbach zu, die Gahns Trauzeuge Thorsten Büttner gemeinsam mit Mario Schindler trainiert. „Sie hätten es mehr als verdient.“ Noch im alten Jahr, am 28. Dezember, ist der TSV Ausrichter der Hallenkreismeisterschaft im Sportzentrum. An gleicher Stelle findet am 6. Januar 2015 das Drei-Königs-Hallenturnier des TSV statt. Gahn hofft auf regen Zuschauerzuspruch, wenngleich er es schade findet, dass der Hallenzauber immer mehr abnimmt.

Drei Fragen an den Kapitän

Frage:

Wie ist Deine Einschätzung zum bisherigen Saisonverlauf?

Hans-Christian Schmitt (25):

„Positiv. Natürlich hätten wir den einen oder anderen Punkt mehr holen können, vielleicht auch müssen, aber wir haben teilweise sehr gute Spiele gemacht. Bei der großen Anzahl an Verletzten und Spielern, die wegen Studium etc. nicht spielen bzw. trainieren konnten ist das auf jeden Fall sehr ordentlich. Besonders freut mich, dass die 2. Mannschaft auch richtig gute Spiele gemacht hat und mit den beiden Eigengewächs-Trainern einen tollen Job macht.“

Frage:

Welche Wertigkeit hat für Dich das Kapitänsamt und wie kannst Du Dich da für die Mannschaft einbringen?

Schmitt:

„Kapitän zu sein ist etwas besonderes und ehrt einen – natürlich auch, weil ich schon so lange im Verein bin. Neben dem Platz hat man sicher das ein oder andere Gespräch mehr mit dem Trainer und den Verantwortlichen. Auf dem Feld will man ein Stück weit voran gehen, wobei mir hier elf Kapitäne am liebsten sind.“

Frage:

Wo steht der TSV am Ende der Saison und warum steht ihr da?

Schmitt:

„Ich halte nicht allzu viel davon, immer auf Platzierungen zu schauen. Viel wichtiger ist der Teamgeist und der Spaß mit seinen Kumpels Fußball zu spielen. Da macht es auch keinen Unterschied, ob erste oder zweite Mannschaft. Wenn alle mitziehen, ist bei beiden Mannschaften die Möglichkeit vorhanden, in der Rückrunde mehr Punkte zu holen als in der Vorrunde.“

Das Gespräch führte Stephan Penquitt

Statistik TSV Münnerstadt

Die Torschützen Julian Göller (6), Niklas Markart (5), Ahmet Coprak (3), Johannes Kanz (2), Fabian May (2), Stefan Nöthling (1), Hans-Christian Schmitt(1). Dazu kommen noch drei Eigentore der jeweiligen Gegner des TSV.

Die Dauerbrenner Philipp Müller (19 Spiele/1710 Spielminuten), Stefan Nöthling (19/ 1694), Hans-Christian Schmitt(18/1620), Johannes Wolf (18/1620), Johannes Kanz (18/1619), Ahmet Coprak (18/1429).

 

Quelle: mainpost.de